Drei Schlucke, und die Welt dreht sich. Der Long Island Ice Tea enthält genauso viel Alkohol wie ein Drittel einer Flasche Wein – sieht aber aus wie Eistee.

Zutatenanzahl: 5 Spirituosen + Mixer ·
IBA-Status: offizieller Cocktail ·
Typische Spirituosen: Vodka, Gin, Tequila, Rum, Triple Sec ·
Alkoholgehalt: ca. 15-25 % ·
Herkunft: USA, 1970er

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exaktes Erfindungsdatum umstritten
  • Alkoholgehalt je nach Rezept variabel
  • Tennessee-Legende nicht belegt
3Zeitleisten-Signal
  • 1972: Butt beansprucht Erfindung
  • 1976-1979: Leonard’s Iced Tea in Great Neck
  • 1980er: Weltweite Popularität
4Wie es weitergeht
  • Alkoholfreie Varianten im Kommen
  • Texas Tea als mildere Alternative
  • Neue kreative Rezepturen bei Barkeepern
Attribut Wert Quelle
Erfinder Robert Butt, 1972 Alkohol-Vergleich
IBA-Status Offiziell Wikipedia
Spirituosen Vodka, Gin, Tequila, Rum, Triple Sec Fertigcocktails24
Mixer Zitronensaft, Einfacher Sirup, Cola Wikipedia
Alkoholgehalt 10-20% Vol. long-island-iced-tea.com
Reinalkohol pro Portion ca. 22,8 g long-island-iced-tea.com

Woraus besteht ein Long Island Iced Tea?

Fünf verschiedene Spirituosen in einem Glas – das ist der Kern des Long Island Iced Tea. Laut dem Standardwerk „Cocktailian“ kommen jeweils 2 cl Gin, Rum, Tequila, Wodka und Triple Sec ins Glas, ergänzt durch 3 cl Limettensaft und Cola (Wikipedia). Die Farbe täuscht: Der Drink sieht aus wie Eistee, enthält aber keinen Tropfen Tee.

Klassische Zutaten

Das Originalrezept folgt einem einfachen Prinzip: gleiche Teile jeder Spirituose. Nach long-island-iced-tea.com sind es 1,5 cl je von weißem Rum, Orangenlikör (Triple Sec), Wodka, Tequila und Gin. Dazu kommen 3 cl Limettensaft, 1,5 cl Zuckersirup und Cola zum Auffüllen. Die Cola ist entscheidend: Sie verleiht dem Drink nicht nur die charakteristische braune Farbe, sondern kaschiert auch den hohen Alkoholgehalt.

UK-Variante

In Großbritannien und Teilen Amerikas schwören manche Barkeeper auf leicht abgewandelte Rezepte. Dale DeGroff, eine Legende der New Yorker Barszene, berichtet von einer Version aus den Jahren 1976-1979, die als „Leonard’s Iced Tea“ in Great Neck bekannt wurde (TeeTalk). Die Unterschiede sind subtil: mal mehr Zitronensaft, mal weniger Sirup – aber die fünf Spirituosen bleiben immer.

Was bedeutet das für den Alltag? Die genauen Mengenangaben variieren je nach Bar und Rezeptbuch erheblich. Einige Rezepte verwenden 2 cl pro Spirituose, andere nur 1,5 cl. Entscheidend ist das Verhältnis: Die fünf Hochprozentigen machen den Drink stark, während Cola und Säure den Geschmack mild erscheinen lassen.

Long Island Ice Tea Rezept Original

Ein Original-Long-Island-Iced-Tea folgt einem klaren Ablauf. Zuerst füllst du einen Shaker mit Eis, gibst alle Spirituosen und Mixer hinzu – alles außer Cola – und schüttelst kräftig. Dann seihst du den Inhalt in ein Longdrinkglas mit frischem Eis ab und füllst mit Cola auf (Betterbar). Das Ergebnis ist ein Drink, der so harmlos aussieht wie ein Glas Eistee – es aber definitiv nicht ist.

Zubereitungsschritte

  • Shaker mit großen Eiswürfeln füllen
  • Je 2 cl Gin, Rum, Tequila, Wodka und Triple Sec hinzufügen
  • 3 cl Limettensaft und 2 cl Zuckersirup dazugeben
  • 10-15 Sekunden kräftig shaken
  • In Longdrinkglas mit Eis abseihen
  • Mit Cola auffüllen und vorsichtig umrühren
  • Mit einer Limettenscheibe garnieren

Tipps für perfekten Mix

Bevor du loslegst: Die Qualität der Spirituosen matters weniger als beim Martini, aber Billig-Rum kann den Gesamteindruck verderben. Gute Basis-Spirituosen reichen aus. Wichtig ist das Verhältnis – zu wenig Cola lässt den Drink ungenießbar stark schmecken, zu viel Cola verwässert den Charakter. Die goldene Mitte liegt bei etwa 100-150 ml Cola für einen 300-ml-Drink.

Der Knackpunkt

Das Geheimnis liegt im Shaken: Ohne diese Phase schmeckt der Drink unausgewogen. Wer den Cocktail nicht schüttelt, bekommt Schichten statt einer homogenen Mixtur. Die Kohlensäure der Cola entweicht auch schneller, wenn du nicht rechtzeitig servierst.

Wie alkoholstark ist Long Island Ice Tea?

Der Long Island Iced Tea gehört zu den stärksten Cocktails der Welt – aber wie stark genau? Das hängt vom Rezept und den verwendeten Mengen ab. Laut REWE liegt der Alkoholgehalt bei 15-20% Vol. für eine 300-ml-Portion (REWE). Andere Quellen geben 10-20% Vol. an, mit etwa 10,5% Vol. bei 150 ml Cola (long-island-iced-tea.com). Eine einzelne Portion kann damit so viel reinen Alkohol enthalten wie ein Drittel einer 0,75-l-Flasche Wein.

Vergleich zu anderen Cocktails

Zum Vergleich: Ein klassischer Daiquiri kommt auf etwa 13% Vol., ein Margarita auf 15-20% Vol. Der Long Island Iced Tea übertrumpft beide durch schiere Vielfalt – fünf Spirituosen statt zwei. Selbst ein starker Whisky Sour mit 40% Vol. Basis-Whisky erreicht nach dem Mischen selten mehr als 15% Vol.

Geschätzter Prozentsatz

Nach Berechnungen von long-island-iced-tea.com enthält eine Portion etwa 22,8 g reinen Alkohol: Je 4,8 g aus Vodka, Tequila, Gin und Rum, plus 3,6 g aus dem Triple Sec. Das ist weit mehr als die empfohlene Tagesdosis von 20 g für Frauen und 30 g für Männer.

Was bedeutet das in der Praxis? Ein einziger Long Island Iced Tea kann einen promilleähnlichen Zustand erzeugen, besonders wenn man den Drink schnell konsumiert. Die Kombination aus Süße und Kohlensäure macht ihn tückisch: Man merkt erst spät, wie betrunken man bereits ist.

Ist Long Island Iced Tea der stärkste Cocktail?

Der Long Island Iced Tea gilt als einer der stärksten Cocktails – aber nicht als absolut stärkster. Titel wie „stärkster Cocktail der Welt“ werden oft anderen Drinks zugeschrieben, etwa dem „Last Word“ oder Varianten mit sehr hohen Spirituosenanteilen. Entscheidend ist das Volumen: Ein Long Island wird als Longdrink serviert, oft 300 ml oder mehr, während ein „stärkerer“ Shot-Cocktail nur 60 ml hat.

Vergleich mit anderen starken Drinks

Der „Zombie“ beispielsweise verwendet ebenfalls mehrere Spirituosen, aber mehr Mixer und Fruchtsäfte, was den Gesamteindruck verdünnt. Der „Moscow Mule“ mit Wodka, Limettensaft und Ginger Beer erreicht nur etwa 10% Vol. Der Long Island liegt durch seine fünf unverdünnten Basis-Spirituosen strukturell höher.

Mythen und Fakten

Die Prohibition-Legende, wonach Schmuggler in Tennessee Alkohol als Eistee tarnten, ist historisch nicht belegt. Zwar fiel die US-Prohibition in die Jahre 1919-1932 (Wikipedia), aber dokumentierte Long-Island-Rezepte tauchen erst in den 1970er Jahren auf. Die Tennessee-Geschichte ist eine von mehreren rivalisierenden Gründungsmythen.

Die Realität ist prosaischer: Der Drink entstand wahrscheinlich aus einem Wettbewerb im Oak Beach Inn auf Long Island, New York. Robert C. Butt soll ihn 1972 erfunden haben, als er aufgefordert wurde, einen neuen Cocktail mit Triple Sec zu kreieren (7Tea).

Warum mögen Barkeeper keinen Long Island Iced Tea?

In Barkeeper-Kreisen genießt der Long Island Iced Tea einen zwielichtigen Ruf. Viele Profis meiden ihn, andere mixen ihn widerwillig. Die Gründe sind vielfältig: Der Drink gilt als „Party-Killer“ – zuverlässiger Vollrausch-Garant für unerfahrene Trinker. Für Barkeeper bedeutet das mehr Arbeit und mehr Verantwortung.

Häufige Kritikpunkte

Der zeitliche Aufwand steht für viele Barkeeper nicht im Verhältnis zum Verkaufspreis. Fünf Spirituosen abmessen, shaken, garnieren – das ist mehr Aufwand als ein einfacher Longdrink. In einer stark frequentierten Bar geht das auf Kosten anderer Bestellungen. Hinzu kommt die Haftungsfrage: Wer betrunkenen Gästen den „harmlosen Eistee“ serviert, trägt Mitschuld an deren Zustand.

Alternativen

Als mildere Alternativen gelten der „Texas Tea“ (mit Champagner verdünnt) oder der „Long Beach Iced Tea“ (mit Cranberrysaft statt Cola). Für Barkeeper, die den Long Island prinzipiell ablehnen, ist der „Electric Iced Tea“ mit Blue Curaçao eine farbenfrohe, aber geschmacklich ähnliche Option (Betterbar).

Der Long Island Iced Tea polarisiert. Für Partygänger ist er ein Legend, für Profis ein Problem. Die Debatte wird weitergehen – solange es Bars gibt, wird es diesen Drink geben.

Varianten im Überblick

Der Long Island Iced Tea hat zahlreiche Verwandte, die jeweils eine oder mehrere Zutaten austauschen. Laut Wikipedia sind „Electric Iced Tea“, „Adios Motherfucker“, „Texas Tea“ und „Long Beach Iced Tea“ die bekanntesten.

  • Electric Iced Tea: Blue Curaçao statt Triple Sec – leuchtend blaue Farbe
  • Adios Motherfucker: Blue Curaçao und Zitronen-Limetten-Soda statt Cola
  • Texas Tea: Champagner als milder Topper, weniger Spirituosenanteil
  • Long Beach Iced Tea: Cranberrysaft statt Cola
  • Tennessee Iced Tea: Bourbon oder Whiskey statt einer der fünf Basis-Spirituosen
  • Ohne Tequila: Vier-Spiruosen-Variante für mildere Wirkung
  • Alkoholfrei: Eistee, Cola, Limettensaft, Zuckersirup, Orangenaroma – der Klassiker ohne Rausch
Für deutsche Gaumen

In Deutschland kursiert eine Variante mit Orangensaft statt Triple Sec. Die wird als „Long Island Ice Tea mit Orangensaft“ vermarktet und soll fruchtiger schmecken. In der Bar-Szene wird diese Abwandlung kontrovers diskutiert – Traditionalisten lehnen sie ab.

Zubereitung Schritt für Schritt

Du brauchst keinen professionellen Bar-Shaker, aber etwas Geduld und die richtigen Zutaten. Hier ist ein bewährtes Rezept für einen klassischen Long Island Iced Tea.

  1. Zutaten abmessen: Je 2 cl Gin, Rum, Tequila, Wodka und Triple Sec in den Shaker geben.
  2. Säure und Süße: 3 cl frischen Limettensaft und 2 cl Zuckersirup dazugeben.
  3. Shaken: Den Shaker fest verschließen und 10-15 Sekunden lang kräftig schütteln.
  4. Abseihen: Den Inhalt in ein Longdrinkglas mit großen Eiswürfeln abseihen.
  5. Cola auffüllen: Das Glas mit Cola auffüllen, bis der Drink etwa 300 ml erreicht.
  6. Umrühren: Vorsichtig mit einem Barlöffel umrühren, um die Kohlensäure zu erhalten.
  7. Garnitur: Eine Limettenscheibe oder ein Strohhalm an den Glasrand stecken.

Sofort servieren. Der Drink schmeckt am besten, wenn das Eis noch kalt ist und die Cola frisch sprudelt.

Trinkverhalten

Aufgrund des hohen Alkoholgehalts empfehlen erfahrene Barkeeper, den Long Island Iced Tea langsam zu trinken. Drei Schlücke können ausreichen, um einen durchschnittlichen Erwachsenen zu betrunken. Plane ausreichend Wasser zwischen den Drinks ein.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Die Faktenlage zum Long Island Iced Tea ist besser als sein Ruf. Gesichert ist die grundlegende Rezeptur: fünf Spirituosen, Limettensaft, Sirup, Cola. Gesichert ist auch die Erfindung in den 1970er Jahren, wenn auch das exakte Datum umstritten bleibt.

Bestätigt

  • Fünf Spirituosen sind Pflichtbestandteil
  • Robert Butt erfand den Drink um 1972
  • Cola dient als Maskierungsmittel
  • Der Drink ist offizieller IBA-Cocktail
  • Der Name enthält keinen Tee

Rumoren

  • Tennessee-Prohibition-Legende nicht belegt
  • Exaktes Erstlingsrezept nicht erhalten
  • Robert Butts Erfindung nicht unumstritten
  • Alkoholgehalt variiert stark je nach Rezept

Seine Erfindung wird oft Robert C. Butt („Rosebud“) zugeschrieben. — Wikipedia (Enzyklopädie)

Mit dem Originalrezept hat der Long Island Iced Tea einen Alkoholgehalt von 10-20% Vol. — long-island-iced-tea.com (Cocktailrezept-Spezialist)

Fazit: Der Long Island Iced Tea ist kein gewöhnlicher Cocktail. Er ist ein Fünf-Spirituosen-Mix, der aussieht wie Eistee, aber einen Alkoholgehalt von 15-20% Vol. erreicht. Partygänger: Genießt ihn langsam und wisst, was ihr trinkt. Verantwortungsvolle Barkeeper: Mischt ihn mit Bedacht – die Popularität des Drinks rechtfertigt nicht die Risiken von Übermaß.

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Der berüchtigte Long Island Ice Tea, ein IBA-Klassiker voller Spirituosen, wird im detaillierten Rezept mit Geschichte noch ausführlicher mit Tipps erläutert.

Häufig gestellte Fragen

Welche Zutaten braucht man für Long Island Ice Tea?

Fünf Spirituosen (Gin, Rum, Tequila, Wodka, Triple Sec), Limettensaft, Zuckersirup und Cola. Die Mengen variieren, üblich sind je 1,5-2 cl pro Spirituose.

Wie macht man ein Original Long Island Ice Tea?

Alle Zutaten außer Cola in einen Shaker mit Eis geben, 10-15 Sekunden shaken, in ein Longdrinkglas mit Eis abseihen und mit Cola auffüllen.

Wie hoch ist der Alkoholgehalt?

Je nach Rezept 10-20% Vol. Eine Portion enthält etwa 20-25 g reinen Alkohol – deutlich mehr als bei den meisten anderen Cocktails.

Gibt es eine alkoholfreie Version?

Ja. Die alkoholfreie Variante nutzt Eistee, Cola, Limettensaft, Zuckersirup und Orangenaroma statt der fünf Spirituosen. Geschmacklich ähnlich, aber ohne Rauschgift.

Welche Varianten existieren?

Electric Iced Tea (Blue Curaçao), Adios Motherfucker (Soda statt Cola), Texas Tea (Champagner-Topper), Long Beach Iced Tea (Cranberrysaft), Tennessee Iced Tea (Bourbon).

Ist er IBA-offiziell?

Ja. Der Long Island Iced Tea steht auf der offiziellen Liste der International Bartenders Association.

Wo kann man ihn kaufen?

Fertige Long-Island-Mischungen gibt es in manchen Supermärkten und Spirituosenläden. Für das volle Erlebnis empfiehlt sich jedoch die frische Zubereitung in einer gut sortierten Bar.